Franz Boas und die Wissenschaft vom Menschen

Ausstellung in Minden vom 17. Mai bis 17. August 2008
Die Stadt Minden feierte im Jahre 2008 das „Franz-Boas-Jahr“, denn am 9. Juli 1858 wurde der spätere Bonner Alemanne, berühmte Ethnologe und Anthropologe Franz Uri Boas, in der damals preußischen Festung Minden geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Der 1887 in die USA ausgewanderte Boas gilt heute als Begründer der amerikanischen Kulturanthropologie. Er war aber kein unpolitischer Wissenschaftler, sondern äußerte sich vielfach und unerschrocken gegen Rassismus jeglicher Couleur. Außerdem bekannte er sich auch in schwieriger Zeit zu seiner deutschen Herkunft. Seinem Engagement verdanken zahlreiche deutsche Universitäten finanzielle Unterstützung nach dem 1. Weltkrieg.

Neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm der Stadt widmete das Mindener Museum aus Anlaß seines 150. Geburtstags dem Bonner Alemannen Boas (WS 1877/78) eine Ausstellung. Das Ziel der Ausstellung wurde in der Homepage (www.franz-boas.de) wie folgt umschrieben:

Die Basis dieser außerordentlichen Karriere wurde in Minden gelegt: In einem Elternhaus, das der Tradition des politischen Liberalismus verpflichtet war, einem assimiliert-jüdischen Freundeskreis, einer preußischen Gymnasialbildung und insgesamt in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von humanistischen Idealen und bildungsbürgerlichen Wertvorstellungen geprägt war. Die Ausstellung rekonstruiert diese Milieus und zieht Verbindungslinien zum Wissenschaftler Boas, der auch in Amerika seiner Heimatstadt Minden und seinen deutschen Wurzeln verbunden blieb.

Im Rahmen dieser Ausstellung wurde auch auf Boas` Studienzeit in Heidelberg (SS 1877), Bonn (WS 1877/78 – SS 1879) und Kiel (WS 1879/80 – SS 1881) sowie insbesondere seine Mitgliedschaft in der Burschenschaft Alemannia zu Bonn eingegangen. Die Alemannia hatte hierzu zahlreiche Exponate aus Boas´ alemannischer Zeit beigesteuert, die Organisatorinnen, Frau Uschi Bender-Wittmann und Frau Petra Brinkmann persönlich auf dem „Schänzchen“ abgeholt hatten.

Die Ausstellung im Mindener Museum (Ritterstr. 23 – 33, Minden) wurde am Samstag, den 17. Mai 2008 um 16.00 Uhr unter Beteiligung mehrerer Bonner Alemannen (mit Damen) eröffnet und war bis zum 17. August 2008 zu sehen.

Am 17. Mai 2008 wurde auch ein Sonderstempel zu Erinnerung an Boas herausgeben. Desgleichen gaben die Münzfreunde Minden eine Medaille in Bronze (ca. € 35,–) und Silber (ca. € 50,–) heraus.

Im Rahmen des Festprogramms hielt M. Hacker am 15. Juli 2008, 19.30 Uhr im Hansehaus am Papenmarkt in Minden auf Einladung des Mindener Geschichtsvereins einen Vortrag über „Franz Boas und die Alemannia“. Der Vortrag ist hier hinterlegt.

Darüber hinaus gibt es weitere Dokumente zu Boas unter „Downloads“.

Sonderstempel zur Erinnerung an Franz Boas

Am 17. Mai 2008 wird es auch einen Sonderstempel zu Erinnerung an Boas geben. Das Sonderpostamt wird im bzw. vor dem Museum 12 – 18 Uhr geöffnet sein.